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Themenworkshop 2009 auf dem Starnberger See - Erfolg auf ganzer Linie

Themenworkshop 2009

"Usability – perfekt visualisieren mit zenon" lautete Motto des COPA-DATA-Themenworkshops am 2. Oktober 2009 auf dem Starnberger See. Mehr als 200 Besucher fanden sich ein, um sich aus erster Hand über das Thema Benutzerfreundlichkeit zur informieren. Es war ein besonderer Tag für das Unternehmen: Die deutsche COPA-DATA feierte gleichzeitig 10jähriges Firmenjubiläum.


"In den vergangenen zehn Jahren konnte sich COPA-DATA Deutschland in den Schlüsselindustrien Automotive sowie Food&Beverage erfolgreich etablieren. Mein Dank hierfür gilt nicht nur unseren kompetenten und engagierten Mitarbeitern, sondern allem voran unseren Kunden, die in der Vergangenheit und auch in der Zukunft vertrauensvoll auf die HMI/SCADA-Software zenon setzten und setzen werden", erklärt Jürgen Schrödel, Managing Director der COPA-DATA GmbH, in seiner einführenden Rede.

In dieser engen Kundenbindung sowie den vielen herausragenden Produkteigenschaften liegt seiner Ansicht nach die Stärke des Unternehmens: "Eine vertrauensvolle Partnerschaft zu Kunden aus allen Branchen sowie die wertvollen Möglichkeiten, die zenon bietet, bilden das Rückgrat unseres Erfolgs – heute und in Zukunft." Hierzu zählen vor allem Dingen die Plattformunabhängigkeit, die Treibervielfalt, die Durchgängigkeit und nicht zuletzt die Benutzerfreundlichkeit der Software.

Während der Schiffsrundfahrt mit dem Katamaran MS Starnberg erwarteten die Gäste hierzu spannende Fachbeiträge aus Wissenschaft und Praxis. Hochklassige Referenten zeigten, wie sich dank bedienerfreundlicher Lösungen Technik beherrschen, Arbeit optimieren und Potenziale ausschöpfen lassen.

 

Usability Engineering in der Industrieautomation

Nach den einleitenden Worten des Managing Directors Jürgen Schrödel präsentierte zunächst Dr. Elke Maria Deubzer "Die Gesetzmäßigkeiten des Wahrnehmens, Denkens und Handelns" als Basis für die benutzerfreundliche Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen. Sie ist Leiterin des psychologischen Fachinstituts PMO für Nutzerforschung und Usability Engineering in München. Anschaulich und gleichermaßen fundiert spannt die Usability-Expertin einen Bogen zwischen Theorie und Praxis. „Oberstes Ziel der GUI-Gestaltung muss sein, dass der Nutzer sich auf den Inhalt konzentrieren kann und möglichst keinen Aufwand im Erkennen und Interpretieren von Screen-Elementen hat“, beginnt sie und erläutert wichtige Gestaltungsprinzipien für eine benutzerorientierte GUI-Entwicklung. Eines dieser Prinzipien ist beispielsweise "Das Gesetz der magischen Zahl 7". "Die Kapazitätsgrenze des Arbeitsgedächtnisses beträgt sieben plus minus zwei Einheiten. „Chunking“, d.h. die Gruppierung der Elemente in 7+/- Einheiten, erleichtert es, Information zu erfassen und zu behalten. Essenziell dabei ist es, dass diese Gruppierungen für die Nutzer sinnvoll sind", erklärt Dr. Elke Maria Deubzer. Als ebenso wichtig für die Entwicklung benutzerfreundlicher Bedienoberflächen erachtet die Spezialistin auch die Gesetze der Ähnlichkeit, der Nähe und das Gesetz von Figur und Grund: "Der Nutzer zieht von Form, Größe, Farbe und Lage der Screen-Elemente sofort Schlussfolgerungen auf deren Funktion." Funktional ähnliche Objekte müssen daher visuell ähnlich gestaltet sein. Sie müssen zudem räumlich nahe beieinander liegen, damit sie als zusammengehörig erkannt werden." Eindrucksvolle Beispiele erläuterten die Gesetze und zeigten deren Beitrag zur Gestaltung von nutzerorientierten Bedienoberflächen.

 

Ergonomie in der Praxis – wie SIG Combibloc und KHS Potenziale ausschöpfen

Besonders großes Interesse erweckten auch die Vorträge aus der Praxis: Wie eine Mensch-Maschine-Schnittstelle auf Basis von zenon optimal gestaltet wird, erläutert Peter Holzkämper, verantwortlich für Visualisierung und Industrie-PCs bei SIG Combibloc Systems GmbH, am konkreten Beispiel einer Verpackungslinie. Das Unternehmen ist ein führender Systemhersteller von Kartonpackungen und Füllmaschinen für Getränke und Lebensmittel und liefert sowohl den Packstoff, als auch die entsprechenden Füllmaschinen. Um eine skalierbare Struktur und ein zukunftsfähiges HMI zu schaffen, ist für SIG Combibloc der Systemgedanke ausschlaggebend. Dies bedeutet, ein benutzerfreundliches Gesamtsystem zu schaffen und Industriestandards, Normen (z.B. FDA) sowie ein Style-Guide und Anforderungsspezifikationen, die zu einem durchgängigen Look & Feel führen, zu berücksichtigen. Dabei ist zu beachten, dass eine Neuentwicklung einer Benutzerschnittstelle auch die Benutzergruppen – vom Systemexperten bis zum Endkunden – sowie deren jeweilige Anforderungen umsetzen kann. Peter Holzkämper: "Gefragt sind MMS-Lösungen, die auf die intellektuellen, sensorischen und motorischen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sind. Sie erfüllen so zu sagen eine bidirektionale Interpreterfunktion." Eine neue Benutzeroberfläche zu entwickeln bringt natürlich einen Aufwand mit sich. "Aber die Vorteile überwiegen eindeutig: höhere Qualität, höhere Anlagenverfügbarkeit, geringere Fehlerhäufigkeit, niedriger Schulungsaufwand, einfache Wartung – um nur einige zu nennen", erklärt Peter Holzkämper von SIG Combibloc.

Einen umfangreichen Einblick in die Aktivitäten der KHS AG lieferte auch Wolfgang Buchkremer, Leiter der Abteilung Line Automation. Die KHS AG agiert als international tätiger Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränke-, Food- und Nonfood-Branche. Der KHS-Konzern realisiert heute mit 5.700 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von fast einer Milliarde Euro. Für Wolfgang Buchkremer ist es vor allem entscheidend, Standards auf technologischer und ergonomischer Basis zu integrieren. Bei einer Produktvielfalt, die vom Mixer über Füllmaschinen, Etikettierer, Transporteure, und Verpackungsmaschinen bis hin zu MES Systemen reicht, ist dies nur verständlich: "Letztlich entscheidend bei der Erstellung von Bedienoberflächen für die Produktionstechnik ist jedoch, nicht das technisch Machbare umzusetzen, sondern die Mitarbeiter zu befähigen, eine Anlage optimal zu bedienen." Wichtig ist in diesem Zusammenhang, hierbei nicht nur Techniker in die Konzeptionierung einzubeziehen, sondern auch weitere Disziplinen wie Designer und Psychologen, um eine moderne, offene und zeitgerechte Lösung zu gestalten. Wolfgang Buchkremer betont: "Die investierte Zeit für die Konzeption und das Benchmarking von Werkzeugen muss sich langfristig für das Unternehmen und seine Endkunden lohnen, beispielsweise indem die Bediensicherheit quantifizierbar steigt, die Personalkosten sinken, die Maschinen- bzw. Linieneffizienz steigt, etc. Der Endkunde muss einen klaren Mehrwert erkennen."

 

zenon 6.50 – Fortschritt erleben

Erstmals präsentierte COPA-DATA auch die neue Version zenon 6.50 der Öffentlichkeit. Das neue Release wird nicht nur neue Leistungsmerkmale und einen immens erweiterten Funktionsumfang bieten, sondern Anwender auch in der Gestaltung benutzeroptimierter Bedienoberflächen besser denn je unterstützen. Heike Sommerfeld, Product Manager bei der COPA-DATA GmbH in Ottobrunn, präsentierte eindrucksvoll Benutzerfreundlichkeit in Editor und Runtime: "COPA-DATA misst dem Thema Usability hohe Bedeutung bei. In regelmäßigen Abständen führen wir Workshops mit unseren Kunden durch unter Mitwirkung eines Forschungsinstitutes. Unserer Erfahrung nach stellen Kunden auch immer höhere Ansprüche an das Oberflächendesign ihrer Prozessvisualisierung. Die Visualisierung, deren Aufgabe die intuitive und fehlerfreie Anlagenbedienung ist, wird verstärkt auch zur Visitenkarte eines Unternehmens."

 

zenon-Anwender profitieren doppelt: Die einfache und intuitiv zu bedienende Entwicklungsoberfläche gewährleistet entspanntes Arbeiten. Grund hierfür ist unter anderem die Möglichkeit der zentralen Projektierung. Objekte werden einmal definiert und mehrfach im Projekt verwendet. Damit können Anwender Anpassungen und Erweiterungen an zentraler Stelle durchführen. Alle damit verbundenen Objekte erben Änderungen automatisch. Dank der Toolbar in allen Modulen sind alle benötigten Funktionen stets im direkten und schnellen Zugriff. Der Topologie-Check erlaubt es zudem, die Projekt- und Netzwerkstruktur zu prüfen und verschafft zusätzliche Sicherheit in der Projektierung. Das „Anlagenmodell“ bietet zusätzliche Unterstützung für den Anwender, da es die direkte Filterung der Aggregatdaten sowie die Strukturierung der Daten für unterschiedliche Betrachtungsweisen – im Anlagenüberblick oder auch Sicht des Bedieners – erlaubt. Die zentrale Einheitenumschaltung ermöglicht es – ähnlich der Sprachumschaltung – seine Maße wie beispielsweise Grad und Fahrenheit in der länderspezifischen Darstellung zu betrachten.

Auch die Rezepturverwaltung wird in zenon 6.50 nochmals verbessert. So können Rezepturparameter beispielsweise abhängig vom Anlagenzustand ausgeblendet und oder gesperrt werden. Bedienern ist es zudem möglich, benötigte Rezeptwerte über einen frei definierbaren Text wie beispielsweise Dosierparameter oder Achenparameter zu filtern.

Auch die grafischen Verbesserungen des neuen HMI/SCADA-Releases werden die Anwender positiv überraschen: Zu diesen zählen – neben vielen weiteren – die zentrale Verwaltung der Farben mittels Farbpaletten, in ihrer Form frei definierbare Schablonen, modernste Design-Möglichkeiten für Buttons und Elemente und die einfache Integration der Anwendungen der Microsoft-Klassenbibliothek "Windows Presentation Foundation". Heike Sommerfeld: "Grafisch aufbereitete Meldelisten, umfassende neue Analysemöglichkeiten gehören ebenso auch zum Funktionsumfang in zenon 6.50 – die Erläuterung aller Erweiterungen in Sachen Bedienerfreundlichkeit der neuen Version würden den hier zur Verfügung stehenden zeitlichen Rahmen sprengen."

 

Gelungene Veranstaltung

Neben allen technischen Details sorgten natürlich auch die Sehenswürdigkeiten rund um den See, gute Musik und exzellente Verköstigung für gute Unterhaltung, ausgelassene Stimmung und das leibliche Wohl der Gäste. Die Erwartungen der Teilnehmer wurden bei weitem übertroffen: "Die Veranstaltung war über alle Maßen unterhaltsam und interessant. Sie bot eine ausgezeichnete Einführung in das Thema Usability. Wir können zahlreiche, wichtige Erkenntnisse mitnehmen. Aus meiner Sicht eine gelungene Veranstaltung.", resümierten die Besucher einhellig.